Die Hagebutte – die leuchtende Herbstfrucht für unsere Tiere
Hundsrose (Rosa canina L.) und andere heimische Wildrosen
Wenn sich die Blätter bunt färben und die Tage langsam kürzer werden, beginnt die Zeit einer ganz besonderen heimischen Frucht: der Hagebutte.
Mit ihren leuchtend roten bis orangefarbenen Früchten schmückt sie im Herbst die Hecken und Waldränder in Berlin und Brandenburg. Was viele nur als hübschen Farbtupfer in der Landschaft wahrnehmen, ist eine interessante Wildfrucht mit einer Vielzahl pflanzlicher Inhaltsstoffe.
Hagebutten werden seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel verwendet. Auch in der Tierernährung sind sie interessant, insbesondere als gelegentliche Futterergänzung.
Sie enthalten unter anderem Vitamin C, Carotinoide und verschiedene Polyphenole.
Doch wie erkennt man die richtigen Früchte? Wann ist der beste Sammelzeitpunkt? Und was sollte man beachten, wenn man Hagebutten verfüttern möchte?
In unserem Oktoberbeitrag schauen wir uns die heimische Hagebutte genauer an.
Die Hagebutte erkennen
Die Hundsrose (Rosa canina) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Sie ist ein ausdauernder, sommergrüner Strauch, der in weiten Teilen Europas heimisch ist und auch in Berlin und Brandenburg häufig vorkommt.
Die Hundsrose kann mehrere Meter hoch wachsen und bildet lange, bogig überhängende Zweige mit kräftigen, meist hakig gekrümmten Stacheln.
Ihre Blätter sind wechselständig angeordnet und bestehen typischerweise aus fünf bis sieben gesägten Fiederblättchen. Im Frühsommer trägt sie meist zartrosa bis weiße, fünfzählige Blüten.
Nach der Blüte entwickeln sich die charakteristischen Hagebutten.
Typische Erkennungsmerkmale
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Wuchs: kräftiger, verzweigter Strauch mit bogig überhängenden Zweigen
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Stacheln: kräftig, häufig hakig gekrümmt
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Blätter: meist fünf bis sieben gesägte Fiederblättchen
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Blüten: fünf weiße bis rosafarbene Blütenblätter
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Früchte: meist länglich-ovale, rote bis orangefarbene Hagebutten
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Standort: Hecken, Waldränder, Gebüsche, Böschungen und sonnige Säume
Die Hagebutte ist botanisch gesehen eine sogenannte Scheinfrucht. Das rote Fruchtfleisch ist der fleischig gewordene Blütenboden. Im Inneren befinden sich zahlreiche kleine, harte Nüsschen, die umgangssprachlich als Samen bezeichnet werden.
Die Hundsrose gehört zu einer artenreichen Gruppe von Wildrosen. Auch andere heimische Wildrosen bilden Hagebutten, deren Form, Farbe und Größe sich unterscheiden können.
Wichtig: Wildrosen sind teilweise schwierig voneinander zu unterscheiden. Für das Sammeln sollte man die Pflanze sicher als essbare Wildrose bestimmen können. Im Zweifel sollte man auf die Ernte verzichten.
Wo finde ich Hagebutten in Berlin und Brandenburg?
Die Hundsrose ist in unserer Region weit verbreitet. Besonders häufig findet man sie an sonnigen bis halbschattigen Standorten.
Typische Fundorte sind:
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Hecken an Feld- und Wiesenrändern
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sonnige Waldränder
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Feldgehölze
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Feldgehölze
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Wegränder mit ausreichend Abstand zum Verkehr
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naturnahe Gärten und Grundstückshecken
Worauf du beim Sammeln achten solltest
Auch wenn die Hagebutte eine häufige Wildfrucht ist, eignet sich nicht jeder Standort für die Ernte.
Sammle möglichst nur an unbelasteten Standorten, fern von:
• stark befahrenen Straßen
• intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen
• frisch gedüngten Wiesen
• Flächen mit möglichem Pestizideinsatz
• Industrie- und Gewerbegebieten
• stark frequentierten Hundestrecken
Besonders wichtig ist die sichere Kenntnis des Standortes, wenn die Früchte später an Tiere verfüttert werden sollen.
Beachte außerdem örtliche Sammelverbote und Schutzgebietsregelungen. In Naturschutzgebieten können strengere Vorschriften gelten.
Mein Tipp: Wenn du eine schöne, gesunde Wildrosenhecke findest, merke dir den Standort. So kannst du sie auch in den kommenden Jahren zur passenden Jahreszeit wieder besuchen.
Was sammeln wir im Oktober?
Im Oktober interessieren uns vor allem die reifen Hagebutten.
Die Früchte der Hundsrose sind je nach Standort und Witterung meist ab dem Spätsommer bis in den Herbst hinein reif. In Berlin und Brandenburg ist der Oktober häufig ein guter Sammelmonat.
Woran erkenne ich reife Hagebutten?
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Die Früchte haben ihre typische rote bis orange-rote Färbung entwickelt.
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Sie sind fest bis leicht nachgiebig.
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Sie zeigen keine fauligen oder verschimmelten Stellen.
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Sie lassen sich vorsichtig vom Strauch lösen.
Die Früchte sollten nicht überreif und matschig sein, wenn du sie trocknen möchtest.
Hagebutten können auch nach den ersten Nachtfrösten noch gesammelt werden. Frost verändert allerdings die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Untersuchungen an Rosa canina zeigen beispielsweise, dass der Vitamin-C-Gehalt nach Frost deutlich abnehmen kann, während bestimmte Carotinoide zunehmen können.
Für die Ernte ist deshalb nicht der erste Frost entscheidend, sondern der Reifezustand der Früchte und die geplante Verarbeitung.
Für die Ernte brauchst du nur wenige Hilfsmittel:
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feste Gartenhandschuhe
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eine kleine Gartenschere
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einen luftigen Korb
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gegebenenfalls eine flache Sammelschale
Die Stacheln der Wildrose können unangenehme Verletzungen verursachen. Deshalb empfiehlt es sich, beim Pflücken Handschuhe zu tragen.
Schneide die reifen Früchte vorsichtig ab oder pflücke sie behutsam, ohne die Zweige unnötig zu beschädigen.
Die Hagebutte ist eine vielseitige Wildfrucht. Ihre Inhaltsstoffe können je nach Wildrosenart, Standort, Reifegrad und Verarbeitung stark variieren.
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffgruppen gehören:
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Vitamin C (Ascorbinsäure)
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Carotinoide, darunter Beta-Carotin und Lycopin
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Polyphenole
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Flavonoide
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Anthocyane
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Pektine
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Fruchtsäuren, beispielsweise Zitronensäure
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natürliche Zucker
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Ballaststoffe
Auch die Nüsschen im Inneren enthalten pflanzliche Öle mit verschiedenen Fettsäuren. Das Fruchtfleisch und die Nüsschen unterscheiden sich dabei deutlich in ihrer Zusammensetzung.
Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass Hagebutten reich an Vitamin C und verschiedenen phenolischen Verbindungen sein können. Die tatsächlichen Gehalte unterscheiden sich jedoch zwischen den Arten und einzelnen Pflanzen erheblich.
Vitamin C
Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin, das beim Menschen unter anderem an der Kollagenbildung, der normalen Funktion des Immunsystems und dem Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beteiligt ist.
Die Hagebutte gilt als vitamin-C-reiche Frucht. Der Gehalt ist allerdings empfindlich gegenüber Sauerstoff, Wärme und Lagerbedingungen.
Bei Hunden und Katzen kann Vitamin C im Normalfall selbst gebildet werden. Pferde können es ebenfalls körpereigen synthetisieren. Auch bei Wiederkäuern ist die Eigenproduktion unter normalen Bedingungen möglich.
Deshalb bedeutet ein hoher Vitamin-C-Gehalt nicht automatisch, dass eine zusätzliche Gabe für diese Tierarten notwendig ist.
Carotinoide
Carotinoide sind natürliche Pflanzenfarbstoffe, die für die gelblichen, orangen und rötlichen Farbtöne vieler Früchte verantwortlich sind.
In Hagebutten kommen unter anderem Beta-Carotin und Lycopin vor.
Einige Carotinoide können als Vorstufen von Vitamin A dienen. Vitamin A spielt bei Tieren unter anderem für das Sehvermögen, die Haut und die Funktion des Immunsystems eine Rolle.
Wie gut einzelne Carotinoide aufgenommen und umgewandelt werden, ist von der Tierart und der jeweiligen Verbindung abhängig.
Polyphenole und Flavonoide
Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in vielen Früchten, Kräutern und Gemüsesorten vorkommen. Zu ihnen zählen unter anderem Flavonoide und verschiedene phenolische Säuren.
In Laboruntersuchungen zeigen Hagebuttenextrakte antioxidative Eigenschaften. Solche Ergebnisse aus chemischen Tests oder Zellversuchen können jedoch nicht ohne Weiteres auf die Wirkung einer gefütterten Hagebutte beim Tier übertragen werden.
Pektine und Ballaststoffe
Pektine sind lösliche Ballaststoffe, die natürlicherweise in den Zellwänden vieler Früchte vorkommen. Sie können Wasser binden und beeinflussen die Konsistenz des Darminhalts.
Auch Hagebutten enthalten Pektine und weitere Ballaststoffe.
Die konkrete Wirkung einer bestimmten Menge Hagebutte auf die Verdauung unserer Haustiere ist allerdings nicht ausreichend für alle Tierarten untersucht.
Wie wirken die Inhaltsstoffe im Körper?
Die Hagebutte enthält mehrere interessante Stoffgruppen, die im Körper unterschiedliche Aufgaben übernehmen können.
Antioxidative Eigenschaften: Vitamin C und bestimmte Polyphenole können an antioxidativen Prozessen beteiligt sein. In Laboruntersuchungen wurden antioxidative Eigenschaften von Hagebuttenextrakten nachgewiesen.
Unterstützung normaler Körperfunktionen: Vitamine und bestimmte Pflanzenstoffe sind Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen muss allerdings über die gesamte Ration betrachtet werden.
Ballaststoffe für die Verdauung: Pektine und andere Ballaststoffe können die physikalischen Eigenschaften des Darminhalts beeinflussen. Wie sich die Hagebutte als Ganzes auf die Verdauung der jeweiligen Tierart auswirkt, hängt von der Menge und der individuellen Verträglichkeit ab.
Für Hagebutten gibt es verschiedene Untersuchungen zu Inhaltsstoffen, antioxidativen Eigenschaften und möglichen biologischen Wirkungen. Ein großer Teil dieser Forschung stammt jedoch aus Laboruntersuchungen oder Untersuchungen am Menschen.
Hagebutten richtig verarbeiten
Nach der Ernte sollten die Früchte möglichst zeitnah verarbeitet werden.
Zunächst werden die Hagebutten auf einem sauberen Tuch ausgebreitet und sorgfältig kontrolliert.
Entferne dabei:
• Stiele
• Blütenreste
• beschädigte Früchte
• matschige oder schimmelige Exemplare
Anschließend kannst du die Hagebutten je nach geplanter Verwendung frisch verarbeiten oder trocknen.
Hagebutten schonend trocknen
Die Früchte werden nach der Reinigung locker auf einem Trockensieb oder einem sauberen Tuch verteilt.
Der Standort sollte warm, trocken, gut belüftet und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein.
Die Früchte müssen regelmäßig gewendet werden, damit sie gleichmäßig trocknen.
Da ganze Hagebutten eine relativ feste Schale besitzen, kann die Trocknung mehrere Tage in Anspruch nehmen
Für eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung können die Früchte längs halbiert werden.
Dabei lassen sich die Nüsschen und die feinen Härchen im Inneren besser entfernen.
Die Hälften werden mit der Schnittfläche nach oben auf einem Trockensieb ausgebreitet.
Wer einen Dörrautomaten verwendet, sollte eine niedrige Temperatur wählen und die Früchte regelmäßig kontrollieren. Hohe Temperaturen können empfindliche Inhaltsstoffe, insbesondere Vitamin C, beeinträchtigen.
Wichtig: Die Früchte müssen vollständig durchgetrocknet sein, bevor sie eingelagert werden. Im Zweifelsfall sollten sie noch etwas länger nachtrocknen.
Hagebutten richtig lagern
Für die Aufbewahrung eignen sich gut verschließbare Gläser oder luftdichte Vorratsbehälter.
Die getrockneten Früchte sollten:
• vollständig trocken
• kühl
• dunkel
• vor Feuchtigkeit geschützt
gelagert werden.
Beschrifte die Behälter mit dem Pflanzennamen, dem Sammelort und dem Erntedatum.
Kontrolliere die Vorräte regelmäßig auf Feuchtigkeit, ungewöhnlichen Geruch oder Schimmel. Verdorbene Kräuter und Früchte dürfen keinesfalls verfüttert werden.
Was kann ich aus Hagebutten herstellen?
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Getrocknete Hagebutten |
Die vollständig getrockneten Früchte können als saisonaler Vorrat aufbewahrt werden. Für die Tierfütterung sollten sie je nach Tierart und Größe des Tieres passend aufbereitet werden. Dabei ist insbesondere auf die harten Nüsschen und die reizenden Härchen zu achten. |
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Hagebuttenpulver |
Hagebuttenpulver lässt sich aus vollständig getrockneten und sorgfältig von den Härchen befreiten Fruchtbestandteilen herstellen. Dafür werden die getrockneten Früchte fein gemahlen und anschließend sorgfältig gesiebt. |
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Hagebuttenmus |
Aus frischen Hagebutten lässt sich ein Mus herstellen. Dafür werden die Früchte gewaschen, von Stielen und Blütenresten befreit und mit etwas Wasser schonend weich gekocht. |
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Hagebuttentee |
Hagebuttentee ist vor allem als menschliches Lebensmittel bekannt. Für die gezielte Anwendung als Tee bei Pferden, Hunden, Schafen, Ziegen oder Katzen gibt es keine ausreichende Grundlage für allgemeine therapeutische Empfehlungen. |
Wann sollte man auf Hagebutten verzichten?
Obwohl Hagebutten eine heimische Wildfrucht sind, sind sie nicht automatisch für jedes Tier und jede Situation geeignet.Vorsicht ist besonders geboten bei:
• Tieren mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt
• Tieren mit bekannten Futtermittelunverträglichkeiten
• Tieren mit Stoffwechselerkrankungen
• Tieren mit besonderen diätetischen Anforderungen
• Tieren, die regelmäßig Medikamente erhalten
Bei Pferden mit Insulinresistenz oder anderen Erkrankungen, bei denen der Zuckergehalt des Futters eine Rolle spielt, sollte die Fütterung individuell abgestimmt werden.
Auch bei Hunden und Katzen mit bestehenden Magen-Darm-Erkrankungen würde ich von einer eigenständigen Ergänzung absehen.
Die feinen Härchen – eine Besonderheit der Hagebutte
Die kleinen Nüsschen im Inneren der Hagebutte sind von feinen, widerhakenartigen Härchen umgeben. Diese können mechanische Reizungen an Haut und Schleimhäuten verursachen. Sie sind auch als Bestandteil des traditionellen Juckpulvers bekannt.
Deshalb gilt:
Hagebutten, die für Tiere verarbeitet werden, müssen sorgfältig von den reizenden Härchen befreit werden.
Bei Unsicherheiten über die Verarbeitung sollte auf selbst hergestellte Produkte verzichtet werden.
Bei Beschwerden nach der Aufnahme von Hagebutten, insbesondere bei anhaltendem Erbrechen, Durchfall, Schluckbeschwerden oder deutlichen Schleimhautreizungen, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Nachhaltig sammeln und die Natur schützen
Die Hagebutte ist nicht nur eine interessante Wildfrucht, sondern auch ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen Ökosysteme. Ihre Blüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung. Im Herbst und Winter profitieren Vögel und andere Wildtiere von den Früchten.
Deshalb sollten wir bei der Ernte immer Rücksicht auf die Natur nehmen.
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Nur einen kleinen Teil der Früchte eines Strauches ernten.
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Genügend Hagebutten für die Wildtiere stehen lassen.
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Keine Äste abbrechen oder Sträucher beschädigen.
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Geschützte Flächen und örtliche Sammelverbote beachten.
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Nur an unbelasteten Standorten sammeln.
Mein Oktober-Fazit
Die Hagebutte ist eine wunderschöne heimische Herbstfrucht, die uns zeigt, wie vielfältig die Natur in Berlin und Brandenburg ist.
Im Oktober lassen sich die reifen Früchte vielerorts an sonnigen Hecken und Waldrändern finden. Mit etwas Geduld können wir sie sammeln, schonend trocknen und für die spätere Verwendung haltbar machen.
Ihr Gehalt an Vitamin C, Carotinoiden, Polyphenolen und Ballaststoffen macht sie zu einer interessanten Wildfrucht.
Bei unseren Tieren sollten wir dennoch nicht allein auf die Inhaltsstoffe schauen. Entscheidend sind die jeweilige Tierart, der individuelle Nährstoffbedarf und die richtige Verarbeitung.
Die Hagebutte ist eine interessante Ergänzung, aber kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder eine tierärztliche Behandlung.
Und vielleicht ist gerade das eine schöne Botschaft für unseren Oktober: Wir müssen nicht weit reisen, um spannende Pflanzen zu entdecken. Manchmal genügt ein Spaziergang entlang einer heimischen Hecke.
Quellen und weiterführende Informationen
• Cunja et al. (2015): Frost decreases content of sugars, ascorbic acid and some quercetin glycosides but stimulates selected carotenes in Rosa canina hips https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25768262/
• Javanmard et al. (2017): Characterization of biochemical traits of dog rose (Rosa canina L.) ecotypes https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29137491/
• Nađpal et al. (2016): Comparative study of biological activities and phytochemical composition of two rose hips and their preserves. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26304428/
• Bundesnaturschutzgesetz, § 39: https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__39.html
Dieser Beitrag dient der Information über heimische Wildpflanzen und ihre ernährungsphysiologische Verwendung. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung oder Behandlung. Bei Erkrankungen, Medikamentengabe oder Unsicherheit hinsichtlich der individuellen Fütterung sollte vor der Verwendung Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt gehalten werden.
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